
12 June 2013
Viele Unternehmen in Luxemburg haben sich in der Vergangenheit besonders gerne mit dem Befund zufrieden gegeben, klein sei schön (small is beautyful). Gerade in einer zunehmend globalisierten Wirtschaft gilt das aber nur mehr bedingt, weil mittlerweile quer durch die einzelnen Branchen erkennbar wird, dass wachstumsorientierten Firmen, wenn sie sich weiter auf das nationale Territorium beschränken wollen, mit ihren Vorsätzen schnell an Grenzen stoßen und zusätzliche Chancen nur nutzen können, wenn sie eine resolute internationale Orientierung vornehmen, oder sich mit einem Partner zusammentun, der sich bereits auf dieser Ebene etabliert hat. Gestern steilte sich mit Grant Thornton Luxembourg ein neu aufgestellter Akteur im Bereich Unternehmensprüfung, Finanzdienstleistungen, Steuer- und Unternehmensberatung vor, der aus dem Zusammenschluss von Grant Thornton Luxembourg, Weber & Bontemps, sowie ABAX Consulting und ABAX Investment Services hervorgegangen ist. Das weltweite Netz von Grant Thornton mit mehr als 35.000 Mitarbeitern in: 120 Ländern ist ähnlich aufgebaut wie die "big four", zählt in diesem Netz aber auch eine ganze Reihe von Firmen, die weitgehend autonom auf lokaler Ebene funktionieren.
In Luxemburg sei man sich unter den drei Partnern "auf Augenhöhe" begegnet und als besondere Erfolgsaussicht wird die Tatsache gewertet, dass man untereinander sehr komplementär sei und deshalb jeder für sich zu einer Stärkung des künftig gemeinsam unter dem Namen Grant Thornton Luxembourg geführten Betriebes beitragen könne. Niemand habe einen der anderen Part.
ner aufgefressen, sondern man habe beschlossen, die Kompetenzen und Chancen vor Ort zusammen zu führen, so wurde gestern präzisiert. Vorerst wird das gemeinsame Unternehmen mit Capelien und Strassen noch über zwei verschiedene Bürostandorte verfügen, die in absehbarer Zeit an einer gemeinsamen Adresse zusammengeführt werden sollen. Grant Thornton konnte in den letzten 20 Jahren in Luxemburg ein beachtliches Wachstum der Bereiche Buchhaltung und Steuerberatung, vor allem aber auf dem Gebiet der Wirtschaftsprüfung verzeichnen und will auch in den kommenden Jahren weiter zulegen. Ziel ist es, mit Hilfe der Verschmelzung den Kundenbestand der drei Partnervon 2,9 auf 5%.Marktanteil zu erweitern und damit eine 'gewisse kritische Größe zu erreichen. Grant Thornton allein hatte in den letzten 7 Jahren die Zahl der Mitarbeiter von sieben auf 70 erhöhen können.
Die beiden Partner Weber & Bontemps, sowie ABAX Consulting und ABAX Financial Services, der das PSFStatut genießt, konnten sich über die letzten 25 Jahre als Allround-Dienstleister bewähren und setzten dabei vor allem auf eine profunde Kenntnis und bevorzugte Verbindungen mit der lokalen Kundschaft, die sich über alle Wirtschaftsbereiche erstreckt. Sie stellen eine Gruppe dar von 85 Experten, die sich auf den Gebieten Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung über Unternehmensberatung bis hin zur Verwaltung alternativer Finanzinstrumente mit sehr viel Kompetenz und individualisiertem Service eine solide Reputation erarbeiten konnten, die sie, nach der Loslösung aus dem bisherigen Netzwerk PKF International, das sie gemeinsam verlassen haben, nunmehr in die Grant Thornton-Gruppe einbringen werden.
Auf internationaler Ebene rangiert die Grant ThorntonGruppe, die vom "International Accounting Bulletin mit der Auszeichnung als "Netzwerk des Jahre.s 2013' bedacht wurde, mittlerweile an 6. Stelle und will dank der
neuen Konstellation kurzfristig auch die gleiche Position auf dem lokalen Markt einnehmen. Nutzen soll dabei sowohl das hohe Ausmaß an Komplementarität als auch die Tatsache, dass man im Umgang mit der Kundschaft die gleiche Philosophie teile, nämlich dass dessen Interessen immer an vorderster Front stehen müssen. Eine Bedrohung für die Branche durch die mittelfristig geplante Abschaffung des Bankgeheimnisses sehen die Verantwortlichen von Grant Thornton Luxembourg nicht. Man sieht diesen Vorgang eher als "Mutationsphase", die mit Sicherheit auch neue Möglichkeiten eröffnen werden, so wurde gestern betont.
NIC. DICKEN